Madagaskar

Zerstörte Dörfer – Strassen unter Wasser

09.02.2022
Diary Ratsimanarihaja ist Programmkoordinatorin von Fastenaktion in Madagaskar

Wirbelsturm Batsiray

Zerstörte Dörfer – Strassen unter Wasser

Am Sonntag erreichte der Wirbelsturm Batsiray Madagaskar. Nicht nur wurden ganze Dörfer zerstört, der anhaltende Regen hat auch viele Felder und Bäume – die Lebensgrundlage der Menschen – zerstört. Die Fastenaktion-Koordinatorin Diary Ratsimanarihaja schildert in bewegenden Worten, wie sich die Situation in den Projekten im Südosten des Landes präsentiert.

Diary Ratsimanarihaja, nur wenige Tage nach dem Tropensturm, traf am vergangenen Sonntag der Wirbelsturm Batsiray auf Land, wie präsentiert sich die Situation?
Gemäss der Projektleiterin vor Ort sind 95 Prozent der Häuser im Bezirk Mananjary völlig zerstört Da die grosse Mehrheit der Menschen in Häusern lebt, die mit den Blättern der Ravenala Pflanze (Baum des Reisenden) gebaut sind, wurden die Häuser buchstäblich fortgeblasen. Schätzungen zufolge sind von 30 Häusern in einem Dorf gerade mal drei bis vier stehen geblieben, und selbst die sind beschädigt. Die Gemüsefelder wurden entweder überschwemmt oder vom Wind zerstört. Viele Bäume sind umgestürzt, sogar die Brotbäume, die eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Menschen sind. Darüber hinaus sind viele Dörfer aufgrund der Überschwemmung von der Umwelt abgeschnitten und der Strom fehlt. Über das wahre Ausmass der Katastrophe können wir uns noch kein definitives Bild machen, uns fehlen noch Informationen.

Was braucht es nun am dringendsten?
Die Menschen brauchen nun dringend Nahrung, Wasser und Medikamente. Denn die Lebensmittelvorräte wurden zerstört. Zudem müssen wir den Wiederaufbau der Häuser vorantreiben, da die Infrastruktur, die für die Aufnahme der Betroffenen vorgesehen war, ebenfalls zerstört wurde. Der Wind hat die Dächer von Kirchen, Schulen und Gemeindezentren abgedeckt. Zur Zeit leben die Menschen zu dritt oder zu viert in kleinen Küchen, die dem Wind standhielten. Einige fanden bei denen Unterschlupf, die noch Häuser haben, in denen man sich ein wenig in Sicherheit bringen kann. Auch der Bedarf an Saatgut ist gross. Nach dem Wiederaufbau der Häuser müssen sie wieder mit dem Anbau beginnen können, doch ohne Saatgut geht das nicht.

Eine erste Handyaufnahme: Das Ausmass der Zerstörung ist erschreckend
Was konnte bereits getan werden?
Die Organisation Taratra, die für dieses Gebiet zuständig ist, hat dem Team bereits einen Geldbetrag als Hilfe für ihre derzeitigen Grundbedürfnisse geschickt. Wir von der Koordinationsstelle diskutieren derzeit mit den Programmbeauftragten und der Leitung von Taratra über den Aufbau von Hilfeleistungen. Aufgrund der noch vagen Informationen und der Unterbrechung der Strasse nach Mananjary ist es für uns jedoch noch schwierig, konkrete Aktionen zu planen.

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