Kommentar zum Internationalen Tag der Bauernrechte

Rechte der Bäuerinnen und Bauern müssen in Konfliktzeiten geschützt werden

17.04.2022

Kommentar zum Internationalen Tag der Bauernrechte

Rechte der Bäuerinnen und Bauern müssen auch in Konfliktzeiten geschützt und respektiert werden

Nach wie vor sind die Bäuerinnen und Bauern, obwohl sie die Nahrungsmittel produzieren, am stärksten von Hunger und Armut betroffen. Der 17. April ist der Internationale Tag der Bäuerinnen und Bauern und will weltweit auf die Rechte und die weitreichenden Herausforderungen der Bäuerinnen und Bauern aufmerksam machen.

Ein Kommentar von Christa Suter, Fachverantwortliche Agrarökologie bei Fastenaktion

Konflikte gefährden Ernährungssicherheit
Der Hunger in der Welt hat zugenommen, was grösstenteils auf verschiedene Krisen zurückzuführen ist – anhaltende Konflikte, schwerwiegende Klimaauswirkungen und Ernährungsunsicherheit. Zwischen 720 und 811 Millionen Menschen auf der Welt waren im Jahr 2020 von Hunger betroffen. Die Zahl der unterernährten Menschen in der Welt ist seit dem Jahr 2020 weiter gestiegen.

Mehr als die Hälfte aller von Ernährungsunsicherheit betroffenen Menschen leben in Ländern, die von Konflikten betroffen sind. Konflikte und Ernährungsunsicherheit können zusammen einen Teufelskreis schaffen, da Nahrungsmittelknappheit zu Marktstörungen führt, die wiederum die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln weiter verringern und zu noch grösseren Störungen führen. Klimaschocks können ähnliche Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit haben, wovon die Bäuerinnen und Bauern am meisten betroffen sind.

Recht auf Nahrung nicht gewährleistet
Der UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Michael Fakhri, unterstreicht die Bedeutung der Bäuerinnen und Bauern für das Ernährungssystem und erwähnt in seinem aktuellen Statement deutlich, dass «der unverzichtbare Beitrag der Bauern und Bäuerinnen zur Gesellschaft nach wie vor nicht ausreichend anerkannt und unterstützt» ist. Dies obwohl die 2018 verabschiedete UNO Deklaration über die Rechte der Bäuerinnen und Bauern und anderer Personen im ländlichen Raum (UNDROP) umfassend ihre Rechte beschreibt und insbesondere das Recht auf Nahrung, Ernährungssouveränität, Saatgut und Land.

Rural Women’s Assembly setzt sich für die Rechte der ländlichen Frauen in Südafrika ein, damit Sie Zugang zu Land erhalten und ihre Familien selber ernähren können.
«Raise» stärkt Bäuerinnen und Bauern
Im Projekt «RAISE», das von Fastenaktion gemeinsam mit Partnernetzwerken lanciert wurde, weisen die lokalen Partner auf die anhaltende Marginalisierung und fehlendem Zugang der Bauerngruppen zu Nahrung und zu natürlichen Ressourcen wie den Landzugang oder den Erhalt des bäuerlichen Saatguts hin. Mit RAISE werden die Partnerorganisationen und Netzwerke in ihren Bestrebungen gestärkt, die UNDROP in ihrem Kontext umzusetzen und selbstbestimmte Veränderungen in der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik zu erwirken. Zum Beispiel durch die Bemühungen von Rural Women’s Assembly für den Landbesitz für ländliche Frauen in Südafrika und die Forderungen von SEARICE in den Philippinen, das bäuerliche Saatgut als Recht zu respektieren.

Hier finden Sie das Statement des UNO-Sonderberichterstatters für das Recht auf Nahrung (auf Englisch).

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