16:00
Nationaler Trauertag in Nepal
Die Menschen in Nepal haben heute der zahlreichen Toten gedacht, welche die Sturzflut gefordert hat. Dabei wurden im ganzen Land Tausende Kerzen angezündet, um den letzten Tag der traditionellen 13-tägigen hinduistischen Trauerzeit zu markieren. Mindesten 1287 Menschen sind in der Flut ums Leben gekommen, rund 5000 werden weiterhin vermisst. Weil es so viele Tote in so kurzer Zeit zu bestatten gab, entstanden einige Massengräber – aus Angst vor Seuchen. Dass viele Angehörige ihre Liebsten nicht nach den üblichen hinduistischen Ritualen bestatten konnten, ist eine zusätzliche Belastung für sie.
07:30
7.9.26
Noch immer Hoffnung auf Überlebende
Die Rettungsarbeiten in Nepal laufen fast zwei Wochen nach der Flutkatastrophe noch immer weiter. Unter den Tausenden Vermissten befinden sich einige Hundert Mitarbeitende von Wasserkraftwerken. Von ihnen könnten noch einige lebend in Tunneln gefunden werden – das zumindest hoffen die Rettungskräfte. In den letzten Tagen konnten jedenfalls drei Überlebende aus solchen Tunneln geborgen werden. Am Samstag gelang es ausserdem, eine 64-jährige Frau unter den Trümmern ihres Hauses herauszuziehen. Erfolgreiche Rettungen wie diese lassen einige Angehörige weiterhin hoffen.
17:00
Nepal hofft, dass die Touristen dennoch kommen
Die Monate September bis November gehören zu den wichtigsten für Nepals Tourismusindustrie. Doch nach der Flutkatastrophe sagen nun viele Touristen ihre geplanten Reisen ab, auch wenn diese gar nicht in die betroffene Region geführt hätten. Die Regierung hat deshalb die Kampagne #NepalCalling gestartet. «Unsere Bergpfade und Trekkingrouten warten weiterhin auf Sie», sagt der Tourismusminister in den sozialen Medien. «Ihr Besuch in Nepal bedeutet diesmal nicht nur Ferien. Er ist eine grosse Unterstützung für das Land, das mit den Folgen dieser Tragödie ringt.»
10:00
4.9.26

Mehr als nur Nahrung in den Notunterkünften
Die beiden von unserer Partnerorganisation CSRC geführten Notunterkünfte bieten nicht nur ein Dach über dem Kopf sowie genug zu essen und zu trinken. Die Überlebenden, die oft Familienmitglieder und ihre gesamte Lebensgrundlage verloren haben, erhalten dort auch eine psychosoziale Betreuung, um mit diesen traumatischen Erlebnissen nicht allein zu sein. Ebenfalls speziell betreut werden junge Mütter und Schwangere. Ausserdem gibt es Räume, wo die Kinder spielen und sich von der schwierigen Situation ablenken können.
15:00
Zugang zum Katastrophengebiet bleibt schwierig
Nachdem die Sturzflut sämtliche Hauptstrassen und viele Brücken weggeschwemmt hat, führt die einzige Verbindung von Nepals Hauptstadt Kathmandu nach Rasuwa über eine gefährliche, unbefestigte Piste aus Schlamm und Geröll, die sich durch kleine Bergdörfer schlängelt – die Fahrt dauert oft mehr als zwölf Stunden. Diese schwierigen Bedingungen erschweren nicht nur die Rettungsarbeiten, sondern auch den Transport von Hilfsgütern in die am stärksten betroffenen Gebiete. Viele Lastwagen sitzen derzeit in Dhunche fest und können nicht weiter in Richtung Norden fahren.
8:30
3.9.26
Partner warnt vor überstürztem Handeln
So wichtig die Nothilfe in den Katastrophengebieten Nepals ist, so wichtig ist es auch, zunächst genau zu analysieren, was wo wirklich gebraucht wird. «Ansonsten besteht ein Risiko, dass durch ein Überangebot von Gütern Konflikte in den überlebenden Gemeinschaften entstehen», warnt Jagat Deuja, der Leiter unserer Partnerorganisation CSRC, welche die Überlebenden vor Ort unterstützt. Insgesamt konnten in Nepal bereits über 11’000 Menschen gerettet werden. Gleichzeitig stieg die Zahl der Todesopfer auf über 1100, mehr als 4600 Menschen gelten weiterhin als vermisst.
12:30
2.9.26

Notunterkünfte für die Überlebenden
Die Lokalbehörden von Rasuwa haben bei unserer Partnerorganisation CSRC um Unterstützung angefragt bei der Verteilung von Hilfsgütern und der Erstellung von Listen von Überlebenden. «Wir sind aktuell eine der wenigen Organisationen, die in den schwer betroffenen Gemeinden präsent ist», sagt CSRC-Leiter Jagat Deuja. Die Organisation leitet zwei der fünf bisher erstellten Notunterkünfte, in der die Überlebenden mit Nahrung, Wasser und Medizin versorgt werden und psychosoziale Unterstützung finden.
16:30
Nepal fordert Entschädigung für Klimaschäden
Die nepalesische Regierung sieht die Sturzflut als Folge der Klimaerwärmung, für die primär die grossen Industrienationen verantwortlich sind. Diese hätten deshalb «eine historische Verantwortung, verwundbare Nationen wie Nepal zu entschädigen», sagte Aussenminister Shisir Khanal vor den Medien – und hat dabei vor allem China, die USA und Indien im Auge. Ganz chancenlos ist das nicht: Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte schon 2025 rechtlich bindende Sorgfaltspflichten für Industrieländer beim Klimaschutz festgestellt – was die Möglichkeit für Schadensersatzklagen eröffnet.
09:30
1.9.26

Nothilfe-Verpflegung für die Überlebenden
Die Rettungsarbeiten in der Katastrophenregion gehen weiter. Unsere Partnerorganisation CSRC versorgt derweil die Überlebenden der Sturzflut, die teilweise ihre gesamte Lebensgrundlage verloren haben. Ein Team von CSRC hat Gemeinschaftsküchen und Lebensmittel in die betroffene Region gebracht. Diese verpflegen nun täglich mehrere hundert Menschen. Gleichzeitig beginnt im Land auch die psychologische Aufarbeitung der Katastrophe (hier auf Englisch dazu ein Beitrag aus der «The Kathmandu Post»).
11:00
31.8.26

Rettungskräfte weiterhin im Grosseinsatz
Noch immer versuchen Rettungskräfte so viele Menschenleben wie möglich aus dem Katastrophengebiet zu retten. Ein Fokus liegt dabei auf rund 900 Mitarbeitenden von zerstörten Wasserkraftwerken, über Hundert sollen in unterirdischen Tunneln festsitzen. Die Sturzflut hat mindestens 903 Todesopfer gefordert, über 4000 Menschen sind vermisst. Im benachbarten Tibet sind 16 Tote und rund 500 Vermisste bestätigt. Einige bereits verwesende Körper – Menschen wie Tiere – werden durch die Flüsse inzwischen auch in Indien angespült, und es steigt die Sorge vor Seuchen.
18:00
Unterbrochene Rettungsarbeiten wieder aufgenommen
Aus Sorge vor weiteren Sturzfluten wegen eines neu geformten Sees oberhalb des Katastrophengebiets waren die Rettungsarbeiten am Freitag für einige Zeit unterbrochen worden. Es wurde befürchtet, dass dieser ebenfalls überlaufen könnte, auch wegen angekündigter Regenfälle. Diese Gefahr scheint inzwischen gebannt – das Wasser fliesst anderweitig und langsam ab, so dass die Rettungskräfte ihre Operation fortsetzen können. Derweil schätzt Nepals Finanzminister, dass der Wiederaufbau der Region bis zu vier Milliarden Franken kosten dürfte.
14:30
29.8.26

Nothilfe in Uttargaya
Unsere Partnerorganisation CSRC (Community Self Reliance Centre) leistet aktuell in der Gemeinde Uttargaya Nothilfe. Überlebende der Sturzflut haben dort Zuflucht in einer Schule gefunden. Neben der Versorgung mit überlebenswichtigen Gütern werden die Namen der Betroffenen erfasst. Nach Angaben der lokalen Behörden ist die Zahl der Todesopfer auf 670 gestiegen.
16:15
Herzzerreissende Berichte von Überlebenden
Viele Menschen, die der verheerenden Flut in Rasuwa entkommen sind, haben alles verloren. Sie mussten mitansehen, wie ihre Häuser, Angehörigen und Freund:innen innerhalb weniger Minuten weggespült wurden. «The Kathmandu Post» in Nepal hat mit Überlebenden über ihre traumatischen Erlebnisse gesprochen (hier auf Englisch).
12:00
Lebensmittel und Solarlampen für die Überlebenden
Ein Fahrzeug unserer Partnerorganisation CSRC ist derzeit mit von Fastenaktion finanzierter Nothilfe in den betroffenen Gebieten. Dazu gehören Lebensmittel für zwei Gemeinschaftsküchen zur Versorgung von 600 Personen während fünf Tagen sowie 100 Solarlampen inklusive Lademöglichkeiten. Wegen der vielen zerstörten Strassen ist die Anfahrt beschwerlicher als üblich, das Material sollte jedoch schon bald bei den Menschen eintreffen.
07:45
28.8.26
Angst vor einer weiteren Flut wächst
Während Rettungskräfte in Nepal und Tibet weiterhin versuchen, Leben zu retten, steigt die Sorge, dass es zu einer erneuten Sturzflut kommen könnte. Durch Geröllmassen in den Bergen hat sich ein See aufgestaut, der überlaufen könnte. Es sind inzwischen 469 Todesopfer offiziell bestätigt, über 1300 Menschen werden noch vermisst. Viele Überlebende haben fast alles verloren und sind dringend auf Hilfe angewiesen – insbesondere auf Lebensmittel, Wasser und Notunterkünfte.
14:45

Erster Lagebericht unseres Partners vor Ort
Mitarbeitende unserer Partnerorganisation CSRC (Community Self Reliance Centre) sind bereits am Unglückstag in der stark getroffenen Region Rasuwa angekommen. Sie unterstützen, wo sie können. «Die Situation bleibt äusserst kritisch», berichtet Jagat Deuja, der Leiter von CSRC. «Rund 1000 Familien fehlt es an sicheren Unterkünften, Nahrung und sauberem Wasser. Das Ausmass der Zerstörung ist herzzerreissend und schwer in Worte zu fassen. Familien, die bereits zuvor mit sehr wenig lebten, haben innerhalb von Minuten ihre gesamte Lebensgrundlage verloren.»
10:00
Felssturz wohl «zehnmal so gross wie Blatten»
Christian Huggel, Professor für Umwelt und Klima an der Universität Zürich, bezeichnet die Katastrophe in Nepal bei SRF als «historisch grossen Sturz. Zum Vergleich: Er war zehnmal oder vielleicht sogar mehr als zehnmal so gross wie der Felssturz in Blatten im vergangenen Jahr.» Huggel ist mitbeteiligt an einem internationalen Projekt zur Entwicklung eines Frühwarnsystems in der Himalaya-Region.
08:00
27.8.26
Fastenaktion leistet Nothilfe
Die Lage in den Flutgebieten bleibt unübersichtlich. Die Behörden melden mindestens 165 Tote und über 1 000 Vermisste, die Zahl der Todesopfer wird mutmasslich weiter steigen. Aktuell versuchen die Einsatzkräfte möglichst viele Menschen zu retten. Die Ursache der Sturzflut war wohl ein Gletscher- und Felsabbruch im Himalaya. Mehrere Projektregionen von Fastenaktion sind von der Katastrophe betroffen, und wir bereiten lebenswichtige Nothilfemassnahmen vor.
14:30
26.8.26
Verheerende Sturzflut in Nepal
Laut lokaler Medien stieg der Fluss Bhote Koshi im Nordosten Nepals am Mittwochmorgen völlig überraschend stark an. Gewaltige Wassermassen spülten Häuser, Brücken und Kraftwerke weg. Ganze Landstriche im Grenzgebiet zu Tibet sind mit Schlamm zugedeckt, Zehntausende von der Aussenwelt abgeschnitten. Mindestens 22 Menschen starben, Hunderte sind vermisst. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Todesopfer noch drastisch steigen könnte. Die Ursache der Sturzflut ist noch nicht bestätigt. Fastenaktion prüft derzeit, ob auch Menschen in unseren Projekten betroffen sind und inwiefern wir helfen können.

