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Demokratische Republik Kongo

Josué Kashal, Anwalt bei der Organisation CAJJ (Centre d'Aide Juridico-Judiciaire) zeigt die Risse an ihrem Bürogebäude, die durch Sprengungen in den nahe gelegenen Minen entstanden sind.

Quelle: Fastenaktion

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30.07.2026

DR Kongo, Menschenrechte sichern

Rohstoffminen verschlingen eine ganze Stadt

Die Kobalt- und Kupferminen rund um Kolwezi im Süden der Demokratischen Republik Kongo breiten sich rasant aus. Die Menschen leben neben den Minen in erdrückender Armut. Viele werden umgesiedelt, erhalten jedoch kaum Entschädigungen seitens der Unternehmen oder der Regierung. Zudem verschmutzt der Rohstoffabbau Böden und Gewässer, was zu Ernteausfällen und Hunger führt. Mitverantwortlich dafür sind auch wir in der Schweiz. In 20 Jahren dürfte Kolwezi verschwunden sein.

Autorin

Anselma Künzle, Campaignerin bei Fastenaktion

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Profit auf Kosten der Bevölkerung

Erschwerend hinzu kommt der aufgeblähte Staatsapparat, der dazu beiträgt, dass sich Politiker:innen auf Kosten der Allgemeinheit bereichern können. Die Einnahmen aus dem Bergbausektor sind im letzten Jahrzehnt stark gestiegen, doch gibt es so gut wie keine Transparenz und keine Rechenschaftspflicht – trotz wiederholter Forderungen der Zivilgesellschaft. Laut einem Bericht der Weltbank hat 2024 nur die Hälfte der staatlichen Unternehmen ihre Jahresabschlüsse veröffentlicht.

Davon profitieren auch internationale – darunter viele chinesische – Konzerne, welche die Minen betreiben. «Die meisten Unternehmen nutzen die Schwächen der nationalen Justiz aus, um die Rechte der betroffenen Gemeinschaften und Personen zu missachten», sagt Josué Kashal, Anwalt bei unserer Partnerorganisation CAJJ (Centre d’Aide Juridico-Judiciaire). Das kongolesische Gesetz sieht kein Mitspracherecht für die Gemeinden vor. Der Boden gehört dem Staat, und Konzessionen werden intransparent mit Rohstofffirmen verhandelt, ohne die vor Ort lebenden Menschen zu berücksichtigen.

Die Schweiz muss den UN Binding Treaty mitgestalten 

Die Verhandlungen über ein internationales, völkerrechtlich verbindendes Abkommen der Vereinten Nationen (UN Binding Treaty) wurde 2014 von Ecuador und Südafrika angestossen. Es soll die Einhaltung der Menschenrechte durch multinationale Konzerne regeln, Menschen und Natur schützen und Opfern den Zugang zur Justiz und zu Entschädigungen ermöglichen. Es ist aktuell der weltweit am breitesten abgestützte Ansatz, Zerstörungen durch die wirtschaftliche Globalisierung zu stoppen. Regierungen verhandeln derzeit über den konkreten Text. Die Schweiz nahm bis anhin nur als Beobachterin teil. Fastenaktion fordert, dass die Schweiz sich aktiv an den Uno-Verhandlungen beteiligt. Als einer der weltweit grössten Finanz- und Rohstoffhandelsplätze hat die Schweiz eine besondere Verantwortung, die Menschenrechte zu schützen, umso mehr sich hier auch die Hauptsitze zahlreicher global agierender Konzerne befinden. Die Verhandlungen sollten bis Ende 2027 abgeschlossen sein – es ist also höchste Zeit, dass sich die Schweiz in die Verhandlungen einbringt und die Regeln mitgestaltet.