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Schweiz

Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion am gut besuchten Aktionsforum von Fastenaktion in Bern.

Quelle: Yusef Evans

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22.10.2026

Schweiz, bestärkend, wirkungsvoll, Reportage

Wie ernähren wir uns im Jahr 2050?

Das Aktionsforum von Fastenaktion hat sich dieses Jahr mit Wegen in eine gute Ernährungszukunft auseinandergesetzt. Neben geladenen Gästen aus der Schweiz haben auch unsere Koordinationsteams aus Burkina Faso und Nepal in Bern mitdiskutiert.

Autor

Ralf Kaminski, Redaktor bei Fastenaktion

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Wie funktioniert Agrarökologie?

Agrarökologie ist eine soziale Bewegung, die sowohl wissenschaftliche Forschung als auch landwirtschaftliche Praxis umfasst. Im Zentrum steht dabei die Ausrichtung auf nachhaltige, gerechte, widerstandsfähige Anbau- und Ernährungssysteme. Agrarökologische Anbaumethoden führen zu einer lokal angepassten und umweltschonenden Landwirtschaft, welche die Ernten verbessert, die Anpassung an die Folgen der Klimaerwärmung erleichtert und dadurch Hunger verhindert. In den Projekten von Fastenaktion ist dieser Ansatz zentral, um Ernährungssicherheit zu erreichen und die Selbstbestimmung der Menschen zu stärken. Agrarökologie beinhaltet auch politische, soziale sowie kulturelle Aspekte und wirkt sich auf das gesamte System der Lebensmittelproduktion aus, vom Feld bis zum Teller.

Mitgestalten und Verantwortung übernehmen

Auch das Aktionsforum beschäftigte sich dieses Jahr mit der Zukunft: Gemeinsam mit Gästen und Publikum lotete Fastenaktion aus, wie die globale Ernährung und die Landwirtschaft im Jahr 2050 aussehen könnten – und was es braucht, damit künftig alle Menschen ausreichend und gesund essen können, ohne dabei Umwelt und Klima zu ruinieren.

«Wir hier können mitgestalten und müssen Verantwortung übernehmen», mahnte zu Beginn des Tages Lucrezia Meier-Schatz an, Präsidentin des Stiftungsforums von Fastenaktion sowie ehemalige Mitte-Nationalrätin. «Die traditionelle Lebensweise und wirtschaftliche Unabhängigkeit der kleinbäuerlichen Familien im Globalen Süden ist bedroht – dagegen müssen wir ankämpfen», forderte sie und erinnerte daran, dass aktuell rund 30 Prozent der Weltbevölkerung unter Unterernährung und Hunger leiden. «Tendenz steigend.»

Das Aktionsforum 2026 in Bildern

Zwei junge Frauen in blauen T-Shirts stehen lächelnd vor einem Gebäude. Eine hält eine Einladung zum Aktionsforum 2026 in den Händen. Hinter ihnen steht eine blaue Fahne mit dem Logo von Fastenaktion und dem Schriftzug «Gemeinsam Hunger beenden».

Mitarbeiterinnen von Fastenaktion begrüssen die ankommenden Gäste des Aktionsforums.

Eine Frau mit kurzen grauen Haaren und Brille steht auf einer Bühne und spricht vor einem Publikum. Sie hält Notizen in der Hand und gestikuliert. Hinter ihr wird eine Präsentation von Fastenaktion mit der Aufschrift «Herzlich willkommen am Aktionsforum!» und «Bienvenue au Forum d’action!» projiziert. Rechts steht ein blaues Banner mit dem roten Logo von Fastenaktion. Die Teilnehmenden sitzen an Tischen vor der Bühne.

Lucrezia Meier-Schatz begrüsst die rund 80 Gäste des Aktionsforums.

Mehrere Teilnehmende des Aktionsforums von Fastenaktion unterhalten sich in entspannter Atmosphäre an einem Tisch. Eine Frau in blauem Kleid sitzt lächelnd neben einer Frau, die sich über den Tisch beugt. Zwei Männer beteiligen sich am Gespräch. Auf dem Tisch stehen kleine Blumenarrangements, Gläser und Informationsbroschüren. Im Hintergrund tauschen sich weitere Gäste an Tischen aus.

Anwesend sind auch unsere Koordinationsteams aus Burkina Faso und Nepal, die rege mitdiskutieren.

Eine Gruppe von Teilnehmenden des Aktionsforums von Fastenaktion kommt lächelnd durch einen Flur. Vorne gehen ein Mann mit grauer Schiebermütze und eine Frau mit langen grauen Haaren und Brille. Beide tragen Namensschilder und halten Tabletts mit Geschirr in den Händen. Hinter ihnen folgen weitere Frauen mit Tabletts.

Mitarbeitende von Fastenaktion „servieren“ den Gästen Diskussionsthemen zur Ernährungszukunft.

Sechs Teilnehmende des Aktionsforums von Fastenaktion diskutieren an einem rechteckigen Tisch, der mit beschreibbarem Papier bedeckt ist. Eine Frau steht am oberen Tischende und schreibt mit einem blauen Stift Notizen auf das Papier. Die anderen sitzen rundherum und tauschen sich aus. Auf dem Tisch liegen beschriftete Teller, Stifte und Informationsmaterialien. Daneben stehen Gläser, Tassen und eine kleine Blumendekoration.

Die Teilnehmenden diskutieren die Fragen und schreiben ihre Ideen direkt auf die Tische.

Nahaufnahme eines mit Papier bedeckten Workshop-Tisches am Aktionsforum von Fastenaktion. In der Mitte steht das französische Wort «avenir» (Zukunft), umgeben von handschriftlichen Gedanken zu planetaren Grenzen, gesunder und lokaler Ernährung, fairen Arbeitsbedingungen in der Lebensmittelproduktion und lokaler Verfügbarkeit. Links oben schmücken ein kleiner Kürbis, Herbstblätter und Blumen den Tisch.

Die Ideen werden von Fastenaktion ausgewertet und möglichst auch genutzt.

Eine Ordensschwester mit Brille und schwarzem Habit diskutiert am Aktionsforum von Fastenaktion mit fünf weiteren Teilnehmenden an einem Tisch. Sie gestikuliert mit beiden Händen, während die anderen aufmerksam zuhören. Auf dem mit Papier bedeckten Tisch stehen Getränke, kleine Speisen und eine herbstliche Dekoration. Im Hintergrund ist ein blaues Banner mit dem Logo von Fastenaktion zu sehen.

Sämtliche Gäste diskutieren rege mit.

Mehrere Personen besuchen eine Freiluftausstellung auf einem öffentlichen Platz in Bern. Im Vordergrund betrachten zwei Männer ein bepflanztes Hochbeet mit einer Informationstafel. Einer der Männer hält einen Metalleimer in der Hand. Links unterhalten sich zwei Frauen neben weiteren Hochbeeten. Im Hintergrund sind bunte Installationen, Informationsstände und das gläserne Gebäude des Bahnhofs zu sehen.

Einer der Workshops führte auf den Bahnhofplatz Bern, wo Teilnehmende des Aktionsforums das herbeigetragene Wasser nutzen, um Pflanzen im Agararökologie-Camp zu giessen.

Vier Teilnehmende des Aktionsforums von Fastenaktion stehen in einem Workshopraum und diskutieren miteinander. Ein Mann im grünen Pullover gestikuliert, während ein anderer Mann mit grauer Jacke und gelber Hose zuhört. Daneben stehen ein Mann und eine Frau mit Unterlagen in den Händen. Rechts befindet sich eine Pinnwand mit handschriftlichen Notizen und Haftzetteln zu Gruppenergebnissen. Zwei weitere Teilnehmerinnen verfolgen die Diskussion vom Tisch aus.

Im Workshop des Koordinationsteams von Burkina Faso arbeiten auch die Teilnehmenden mit.

Ein Mann im hellblauen Poloshirt hält an einem Workshop des Aktionsforums von Fastenaktion eine Präsentation über eine typische Mahlzeit in einem Dorf. Er zeigt auf ein Foto mit einem Teller Essen auf dem Bildschirm. Sechs Teilnehmende sitzen im Halbkreis und hören zu. Links stehen Stellwände mit Fotos und Informationen zum Leben in ländlichen Gemeinschaften.

Prashanta Raut, Ko-Koordinator aus Nepal, berichtet von Herausforderungen und Erfolgen.

Drei Frauen sitzen an einem Tisch und diskutieren angeregt während eines Workshops am Aktionsforum von Fastenaktion. Die Frau in der Mitte gestikuliert mit beiden Händen, während die anderen aufmerksam zuhören und sich am Gespräch beteiligen. Auf dem Tisch liegen Unterlagen, Stifte und Notizen sowie Kaffeetassen.

Besonders intensive Diskussionen gibt bei den Zukunftsszenarien 2050 – einige sind hoffnungsvoller, andere weniger.

Eine Frau steht am Rednerpult auf der Bühne des Aktionsforums von Fastenaktion und spricht zu den Teilnehmenden. Zahlreiche Menschen sitzen an Gruppentischen in einem grossen, hellen Saal mit hohen Rundbogenfenstern, grünen Vorhängen und Kronleuchtern. Sie verfolgen den Vortrag aufmerksam. Neben der Bühne steht ein blaues Banner mit dem Logo von Fastenaktion.

Moderatorin Vanessa Lange dankt allen Teilnehmenden zum Abschluss für ihr Engagement.

Vier Personen stossen beim Aktionsforum von Fastenaktion in geselliger Runde mit Weissweingläsern und einer Getränkeflasche an. Eine Frau mit grauen Haaren, Brille und rosa Schal sowie ein Mann mit grauen Haaren lächeln ihren Gesprächspartnerinnen zu. Im Hintergrund unterhalten sich weitere Teilnehmende an Tischen.

Nach dem offiziellen Teil gibt es bei einem kleinen Apéro Gelegenheit, sich nochmals auszutauschen und die Erkenntnisse des Tages zu diskutieren.

Steile Hänge, Klimaerwärmung, Schulgärten

Anwesend waren auch die Teams, welche die Arbeit von Fastenaktion in Nepal und Burkina Faso koordinieren. Sie berichteten von den Herausforderungen und Erfolgen in ihren Heimatländern. «Wie in den Schweizer Bergen ist die Landwirtschaft auch an den steilen Hängen des Himalayas in Nepal nicht leicht», sagte Prashanta Raut, «Maschinen sind oft keine Option, vieles ist Handarbeit. Hinzu kommen die Klimaerwärmung und dass viele Junge auf der Suche nach besseren Jobs abwandern.» Dennoch überzeugt die Agrarökologie mehr und mehr Familien in Nepal. Sie bewahren dadurch einen Teil ihres kulturellen Erbes und haben zudem genügend gesunde Nahrung auf dem Tisch.

In Burkina Faso ist es sogar gelungen, die Agrarökologie in der nationalen Landwirtschaftspolitik zu verankern. «Schulgärten sind heute zum Beispiel überall Pflicht», erzählt Natacha Compaoré. «Die Kinder lernen, Gemüse zu säen und zu pflegen – und was sie später ernten, wird in den Schulkantinen direkt verarbeitet und serviert.» Wer mehr über unsere Arbeit in diesen beiden Ländern erfahren wollte, hatte am Nachmittag Gelegenheit, Workshops bei unseren Koordinator:innen zu besuchen.

Was ist das Aktionsforum?

Fastenaktion hat das Aktionsforum nun bereits zum vierten Mal durchgeführt. Mit dieser Impulstagung wollen wir Menschen erreichen, die sich wie wir für globale Solidarität und eine Welt ohne Hunger engagieren – innerhalb und ausserhalb der Kirche. Es geht um Dialog, Austausch und gemeinsames Lernen. Der Anlass hat sich aus den früheren Herbsttreffen des Stiftungsforums herausentwickelt. Dieses Gremium wählt die Mehrheit der Stiftungsratsmitglieder und die Geschäftsprüfungskommission. Ausserdem berät es Fastenaktion bei wichtigen Inlandsprojekten und Kampagnen.

Engagierte Tischgespräche

Die rund 80 Personen im Publikum hörten nicht nur interessiert zu, sondern diskutierten auch rege mit. In kleinen Runden wurde ausgetauscht, inwiefern man selbst Teil des globalen Ernährungs- und Agrarsystems ist, welche Ernährungszukunft man sich für die nächste Generation wünscht und wie man sich für eine Verbesserung der Situation engagieren könnte.

Ein weiterer Nachmittagsworkshop beschäftigte sich zudem explizit mit der Zukunft. Die Teilnehmenden bekamen mehrere mögliche Szenarien präsentiert, wie sich Ernährung und Landwirtschaft in der Schweiz und in der Demokratischen Republik Kongo bis 2050 entwickeln könnten – einige hoffnungsvoller, andere weniger. Moderatorin Chantal Peyer fragte sie, was für Gefühle bei ihnen dabei entstehen und welche Risiken und Chancen sie jeweils identifizieren können. «Vor allem aber: Was können wir tun, um das eine zu verhindern und das andere zu fördern?»

Die Erkenntnisse und Impulse aus all diesen angeregten Debatten wird Fastenaktion mitnehmen und auch in ihre Arbeit hineintragen. Gleichzeitig hoffen wir auch auf die Gäste dieses Tages, wie Lucrezia Meier-Schatz zum Abschluss noch klarmachte: «Wir stehen vor grossen Herausforderungen, auch wegen der Kürzungen und Umschichtungen von staatlichen Geldern. Das können wir nicht einfach so hinnehmen. Sprechen Sie mit Ihren politischen Vertreter:innen darüber, engagieren Sie sich!»

Erfahren Sie hier mehr über unsere wirkungsvolle Arbeit im Globalen Süden.

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