Informationen zu den Zahlungsoptionen

Vermeiden Sie Gebühren und wählen Sie die Zahlungsmethode mit den geringsten Transaktionskosten. Je nach gewähltem Zahlungsmittel fallen unterschiedliche Transaktionsgebühren an. Folgende Gebühren werden verrechnet:

  • Twint 1.3%
  • QR-Rechnung 0.2%
  • Mastercard 1.3%
  • Google Pay 3.2%
  • PostFinance 2.0%
  • Visa 1.3%
  • PayPal 3.9%
  • Apple Pay 3.2.%

Sie können die Kosten, die uns entstehen, auch mit einem Klick am Ende des Spendenformulars übernehmen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

IBAN

Postkonto 60-19191-7 bzw IBAN: CH16 0900 0000 6001 9191 7,
oder Luzerner Kantonalbank, Pilatusstrasse 12, Postfach, 6002 Luzern IBAN: CH61 0077 8010 0013 9290 3 SWIFT: LUKBCH2260A

Header Bild Placeholder

Guatemala

Leiria Vay García ist Mitglied des Leitungskomitees der Organisation CODECA. Die Organisation setzt sich für die Rechte Indigener Gemeinschaften ein.

Quelle: CIDSE / Fastenaktion

Mehr Icon

29.04.2026

Guatemala, bestärkend, wirkungsvoll

«Die Polizei schützt die Unternehmen, nicht die Bevölkerung» 

An der Südküste Guatemalas liegen einige der fruchtbarsten Böden des Landes. Doch für die dort lebenden Indigenen Gemeinschaften verschärft sich die Armut wegen Landraub und Gewalt immer weiter. Es gibt allerdings auch Widerstand: Leiria Vay von unserer Partnerorganisation CODECA berichtete im November an einer Uno-Sitzung in Genf von ihrer mutigen Arbeit, die bereits einige Aktivist:innen das Leben gekostet hat.

Autorin

Tiziana Conti, Kommunikationsverantwortliche für die Westschweiz

Jetzt teilen

Link kopiert!

Weshalb profitieren die Menschen nicht von der florierenden Wirtschaft?

Weil wir praktisch ohne Staat und ohne Rechte leben. Die Polizei schützt die Unternehmen, nicht die Bevölkerung. Vor allem fehlt es uns an Wasser, weil ganze Flüsse für Monokulturen umgeleitet und verschmutzt werden. Offiziell ist die Rede von «Entwicklung», für uns jedoch bedeutet es vor allem Ausbeutung. Hinzu kommt die Diskriminierung von uns Indigenen.

 

Wie zeigt sich diese in deinem Alltag?

Diskriminierung ist überall – sie ist so stark, dass sich manche Menschen gar nicht mehr als Indigen wahrnehmen. Zum Beispiel werden unsere Sprachen in den Schulen nicht unterrichtet, nur Spanisch. Indigene Frauen hatten lange Zeit gar keinen Zugang zur Schule: Sie mussten auf den Feldern arbeiten und lernten nicht einmal Spanisch. Heute arbeiten sie oft als schlecht bezahlte Hausangestellte. Ich selbst trage meist westliche Kleidung, schlicht weil es billiger ist, Secondhand-Ware aus den USA zu kaufen, als traditionelle Maya-Kleidung zu tragen.

 

CODECA setzt sich insbesondere für den Zugang zu Land ein. Weshalb ist das so zentral?

Ohne Land gibt es keine Ernährungssouveränität, keine Autonomie, keine Würde – Land ist die Grundlage von allem. Wir brauchen es, um unsere traditionellen Nahrungsmittel anzubauen, um im Einklang mit den Flüssen und Wäldern zu leben, so wie wir es schon immer getan haben. Wer Land hat, muss sich nicht ausbeuten lassen. Doch man nimmt uns das Land weg, um uns zu zwingen, auf den Plantagen zu arbeiten.

Partnerorganisation CODECA

CODECA, das Comité de Desarrollo Campesino (auf Deutsch «Komitee für ländliche Entwicklung»), unterstützt und begleitet bäuerliche Gemeinschaften, die für ihren Zugang zu Land und Ernährungssouveränität einstehen. Bei CODECA sind Frauen seit 2012 zentral beteiligt im Einsatz für strukturelle Veränderungen zur Verteidigung und Ausübung ihrer Rechte. Seit 2020 ist CODECA eine Partnerorganisation von Fastenaktion in Guatemala.

Welche Rolle spielen Frauen in der Organisation?

Mehr als 60 Prozent der CODECA-Mitglieder sind Frauen. Dennoch bleibt ihr Zugang zu Führungspositionen schwierig. Viele sagen: «Ich kann nicht lesen», «Ich habe Angst», «Wer kümmert sich um meine Kinder?» Armut, häusliche Pflichten und mangelnde Bildung schränken ihre Teilhabe ein. Aber wir arbeiten daran, sie zu stärken, damit sie sich als vollwertige politische Akteurinnen erkennen.

 

Gibt es eine Frau, die dich besonders inspiriert?

Meine Mutter. Sie spricht wenig, ist aber eine wichtige Stütze der Organisation. Sie stand meinem Vater bei, als er von der Armee verfolgt wurde. Sie hielt die Bewegung und die Familie zusammen, während er inhaftiert war. Sie züchtete Tiere, damit es bei den Treffen etwas zu essen gab. Sie sagte: «Wenn sie kommen, werde ich Hühner schlachten, und wir werden gemeinsam essen.» Sie schuf auch Räume für spirituelle Reflektion, denn manche Priester argumentierten, dass Kämpfen eine Sünde sei. Meine Mutter antwortete, dass das Streben nach Gerechtigkeit und Würde keine Sünde sei – und erinnerte sie daran, dass auch in der Bibel von Kämpfen berichtet wird.

 

Was erwartest du von der internationalen Gemeinschaft?

Solidarität für unsere Kämpfe – dafür braucht es mehr Sichtbarkeit. Oft gibt es Kriminalisierung, weil unsere Realität nicht bekannt ist. Wir wehren uns nicht gegen Entwicklung, aber wir lehnen Zerstörung ab. Wir wollen in Würde leben.

Wählen Sie einen Betrag und klicken Sie auf den Spendenbutton

.-
.-
.-
.-
Spenden