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Sturzflut in Nepal

Das Ausmass der Zerstörung in den Distrikten Rasuwa und Nuwakot ist katastrophal.

Quelle: CSRC

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09.09.2026

Nepal, Hunger beenden, Nothilfe, wirkungsvoll

Nepal nach der grossen Sturzflut

Ende August verwüstete eine überraschende Flut ein ganzes Tal im Nordosten Nepals. Die Überlebenden haben oft alles verloren – auch engste Familienmitglieder. Unsere Partnerorganisation betreibt zwei Notunterkünfte, versorgt die Menschen mit Lebensmitteln und versucht, sie auch psychisch zu unterstützen.

Autor

Ralf Kaminski, Redaktor bei Fastenaktion

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Sturzflut in Nepal – die wichtigsten Fakten

Am 26. August 2026 wurde der Nordosten Nepals von einer verheerenden Sturzflut getroffen. Ausgelöst wurde sie durch einen Gletscher- und Felssturz im Himalaya, der laut Fachleuten rund zehnmal so gross war wie der Bergsturz von Blatten im Vorjahr. Der Fluss Bhote Koshi im Distrikt Rasuwa, nahe der Grenze zu Tibet, stieg dadurch innert kürzester Zeit dramatisch an. Die Wassermassen rissen Häuser, Brücken und Wasserkraftwerke mit sich und bedeckten ganze Landstriche mit Schlamm. Auch im benachbarten Tibet richtete die Flut schwere Schäden an. Eine Partnerorganisation von Fastenaktion leistet seit dem Unglückstag Nothilfe vor Ort.

Erschütternde Berichte von Überlebenden

Die nepalesische Zeitung «The Kathmandu Post» hat mit einigen Menschen dort gesprochen und erschütternde Erlebnisse dokumentiert. «Nur Sekunden entschieden zwischen Leben und Tod», sagt Purna Bahadur Ghal. Der 43-jährige Gemeindemitarbeiter war gerade in Shanti Bazar als die Flut kam. Er hörte, wie jemand eine Warnung schrie und begann sofort loszurennen in Richtung seines Hauses. Doch bis dorthin kam er nicht, die Flut war schneller. Er flüchtete den Berg hoch und verbrachte zwei Tage im Wald, bis ihn ein Helikopter der nepalesischen Armee rettete.«Sieben aus meiner Familie sind vermisst. Ich weiss nicht, ob sie noch leben oder wo ihre Körper hingespült wurden», erzählt er. Zu den Vermissten gehören auch sein 75-jähriger Vater Subba und sein 16-jähriger Sohn Krishna. «Was soll ich sagen», sagt er dem Reporter der «Kathmandu Post», während er mit den Tränen ringt. «Mein Gehirn funktioniert schlicht nicht.»

Grosse Verzweiflung

In der gleichen Notunterkunft hat auch Tarali Maya Tamang Unterschlupf gefunden. Von ihrer achtjährigen Tochter Sunita und ihrem 12-jährigen Sohn Samir fehlt jede Spur. «Sie wurden auf dem Weg zur Schule weggespült», erzählt sie. Ihre beiden älteren Kinder und ihr Mann schafften es, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Doch ihre Verzweiflung ist gross: «Wohin gehen wir jetzt? Unser Heim ist zerstört, wir haben kein Essen, keine Kleidung, nichts.» In Tränen ist auch Bam Bahadur Ghale. Der 27-Jährige hat nicht nur seine Frau, sondern auch seine beiden Töchter verloren. Er selbst überlebte nur, weil er nicht zu Hause war, als die Flut kam. «Aber das bedaure ich inzwischen», sagt er dem Reporter. «Wäre ich mit meiner Familie weggespült worden, müsste ich wenigstens jetzt nicht so weiterleben – mit nichts und niemandem mehr.»

Wie hilft Fastenaktion den Betroffenen vor Ort?

Die Partnerorganisation CSRC (Community Self Reliance Centre) war bereits am Abend der Katastrophe im Einsatz. Mit Nothilfe-Geldern von Fastenaktion beschafft sie Lebensmittel und Solarlampen und bringt sie durch schwieriges Gelände in die am stärksten betroffenen Gebiete. Aktuell betreibt CSRC Notunterkünfte in Uttargaya, wo Überlebende Unterkunft, Verpflegung und psychosoziale Unterstützung erhalten.

Wer soll für den Wiederaufbau aufkommen?

Die nepalesische Regierung schätzt die Wiederaufbaukosten auf bis zu vier Milliarden Franken und macht die Klimaerwärmung für die Katastrophe verantwortlich. Aussenminister Shisir Khanal fordert von den grossen Industrienationen eine Entschädigung für verwundbare Länder wie Nepal.

Wie setzt Fastenaktion die Spenden für die Nothilfe in Nepal ein?

Die Gelder fliessen direkt an Partnerorganisationen in Nepal, die seit Jahren in den betroffenen Gemeinden vor Ort verankert ist und die Bedürfnisse der Menschen aus erster Hand kennen. Anstatt unkoordiniert Güter zu verteilen, wird zuerst genau erhoben, was wo tatsächlich gebraucht wird. So bleibt die Hilfe bedarfsorientiert und es werden Konflikte durch ein Überangebot vermieden. Über die akute Nothilfe hinaus begleiten unsere Partnerorganisationen wie CSRC die Betroffenen auch langfristig. Sie setzen sich beispielsweise dafür ein, dass die Betroffenen bei den Umsiedlungsplänen der Regierung einbezogen werden.

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