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Brasilien

Eliel Rondon Terena (54) gehört zum Volk der Terena und ist Präsident der Föderation Fepoimt.

Quelle: Fastenaktion, OPAN

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20.01.2026

Brasilien, Klima schützen, Weltklimakonferenz

Schnelles Geld für Scheinlösungen?

Keinen Wald abholzen, so das Klima schützen und dabei Geld verdienen – das klingt nach einem Gewinn für alle. Aber so einfach ist es nicht, schon gar nicht, wenn Unternehmen solche CO2-Projekte in indigenen Gebieten anpreisen. Unsere brasilianische Partnerorganisation OPAN berät indigene Gemeinschaften über die komplexen Herausforderungen dieser Projekte.

Autorin

Anselma Künzle, Campaignerin bei Fastenaktion

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Eliel Rondon Terena (54) hat Erfahrung mit Unternehmen und CO2-Projekten. Er gehört zum Volk der Terena und repräsentiert als Präsident der Föderation Fepoimt 43 indigene Gemeinschaften im Bundesstaat Mato Grosso im Westen Brasiliens. Der Druck auf indigene Bevölkerungsgruppen dort ist enorm – durch die Ausweitung der Agrarindustrie und oft illegale Aktivitäten wie Bergbau oder Abholzung.

CO2-Projekte internationaler Unternehmen klingen deshalb insbesondere finanziell sehr verlockend. «Sie sprechen von Millionen Real, und es scheint sehr einfach, diese Mittel zu erhalten», sagt Eliel Rondon Terena. «Sie betonen die Potenziale, ohne die möglichen Folgen für die Bevölkerung zu erwähnen.»

Wie funktionieren CO2-Projekte?

Zum Schutz des Klimas haben viele Länder sogenannte Emissionshandelssysteme eingeführt. Dabei gilt für die betroffenen Industrien und Staaten ein Pflichtmarkt: Verschmutzen sie die Umwelt, müssen sie bezahlen, indem sie sogenannte CO2-Zertifikate kaufen. Pro Tonne ausgestossenes CO2 muss eine Firma ein Zertifikat erwerben. Ergänzend gibt es einen freiwilligen Markt für Unternehmen und Privatpersonen: Sie können zum Beispiel CO2-Projekte im Ausland finanzieren, um ihre eigenen CO2-Emissionen auszugleichen oder auch nur, um einen Beitrag an den Klimaschutz zu leisten. Dafür erhalten sie CO2-Zertifikate aus den Projekten gutgeschrieben. 

Sich eigenständig entscheiden können

Insgesamt arbeitet OPAN in Mato Grosso mit elf indigenen Gruppen zusammen, um durch Wissensbildung und Rechtsberatung gegen Scheinlösungen beim Klimaschutz vorzugehen. Die Gemeinschaften sollen sich eigenständig für oder gegen ein Projekt entscheiden können. «Unser Ziel ist es, die Menschen zu begleiten und für sie da zu sein, wenn sie Informationen brauchen», erklärt Andreia Fanzeres, Koordinatorin des Programms für Indigenenrechte bei OPAN. «Wir vermitteln auch Kontakte zu Anwält:innen oder Expert:innen zum Kohlenstoffmarkt.»

Eliel Rondon Terena berichtet von einem konkreten Fall: Ein CO2-Projekt des brasilianischen Unternehmens Green Forest Carbon aus Manaus, das auf den Schutz des Waldes vor Abholzung spezialisiert ist. Üblicherweise wird bei solchen Projekten berechnet, wie viel CO2 eingespart würde, wenn der Wald nicht abgeholzt wird. Für diese Einsparung werden CO2-Zertifikate ausgestellt, die wiederum auf dem freiwilligen Emissionsmarkt verkauft werden können. Die Indigenen Gemeinschaften werden dafür entschädigt.

Das klingt im ersten Moment nach leicht verdientem Geld. Doch die indigenen Gemeinschaften in der betroffenen Region haben das Projekt nach langwierigen Diskussionen schliesslich abgelehnt. «Sie haben die Bedingungen der Firma nicht akzeptiert», erklärt Eliel Rondon Terena.

Auch die Schweiz mischt mit

Leider nutzt auch die Schweiz CO2-Projekte im Ausland und rechnet diese reduzierten Emissionen ans nationale Reduktionsziel an. Dies ist problematisch, weil die Schweiz auf diese Weise die inländische Reduktion der Treibhausgase verzögert – sei es beim Verkehr, im Gebäudebereich oder beim Finanzplatz. Fastenaktion fordert deshalb, dass die Schweiz ihr nationales Emissionsziel zukünftig mit inländischen Reduktionen erfüllt. CO2-Projekte im Ausland sollten nur finanziert werden, wenn sie über das Schweizer Emissionsreduktionsziel (Netto Null bis spätestens 2050) hinausgehen und die globale Gemeinschaft unterstützen, die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Erfahren Sie hier mehr über unseren Einsatz für gerechten Klimaschutz.