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Guatemala

Marvin Josué Cruz Aguilar (links) und Yeison Elisandro Hernández Galicia nehmen an einem Bildungsprogramm für junge Menschen aus ländlichen Regionen teil.

Quelle: Carlos López Ayerdi

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10.04.2026

Guatemala, Agrarökologie, bestärkend

Jugendgruppen bringen Wissen und Hoffnung

Zwischen 13 und 30 Jahre alt sind die jungen Leute, die in den 4S-Clubs im ländlichen Guatemala zusammenkommen. Von Fastenaktion unterstützt, lernen sie dabei viel über Landwirtschaft und Unternehmertum, aber auch über ihre kulturellen Wurzeln. Wir haben mit vier Club-Mitgliedern gesprochen.

Autor

Ralf Kaminski, Redaktor bei Fastenaktion

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Mehr und gesündere Lebensmittel

Zudem durfte sie früher ihr Elternhaus kaum verlassen. «Ich bin die Älteste und kümmere mich um meine Geschwister und das Haus, wenn niemand da ist.» Doch dank des 4S-Clubs kann sie nun regelmässig an Workshops teilnehmen. «Danach teile ich mit meiner Familie, was ich gelernt habe, und inzwischen sind meine Eltern etwas lockerer geworden.»

Sie hilft aber auch auf dem Feld mit, und ihr neues Wissen hat die landwirtschaftliche Arbeit der Familie verändert. «Dank der agrarökologischen Anbaumethoden können wir heute mehr und gesündere Lebensmittel ernten – die Hälfte nutzen wir selbst, die andere können wir verkaufen und damit Geld verdienen.»

In der wenigen Freizeit, die Herlyn hat, stickt sie und schaut Fussball. Auch die anderen jungen Leute berichten, dass sie kaum Zeit für Hobbys haben und nutzen das bisschen meist für Musik oder Sport. Generell sind sie jedoch mit der Feldarbeit und dem Engagement im 4S-Club ziemlich ausgelastet.

Perspektiven aufzeigen, Landflucht verhindern

Die Clubs sollen den jungen Leuten ausserdem aufzeigen, dass es auch bei ihnen auf dem Land gute Zukunftsperspektiven gibt. Denn in den letzten Jahren haben viele die Region verlassen, gingen nach Guatemala-Stadt oder gar in die USA – letzteres oft unter lebensgefährlichen Umständen. «Sie gehen, weil es schwierig ist, hier Arbeit zu finden und sie kein Interesse an Feldarbeit haben», sagt Marvin Josué Cruz Aguilar (23). «Aber auch dort läuft nicht immer alles gut für sie.» Er selbst hingegen sieht dank der Club-Mitgliedschaft nun durchaus Perspektiven in seiner Heimat.

Andere bleiben auch, weil sie in der Nähe ihrer Familien sein möchten. Mariela hatte eigentlich vor, mit ihrem Bruder in die USA auszuwandern, doch im entscheidenden Moment fehlte es an Geld. «Inzwischen denke ich, dass wir hier besser leben können, wenn wir richtig produzieren und damit ein gutes Einkommen erzielen.»

Alle vier haben klare Vorstellungen für ihre eigene Zukunft – und sind hoffnungsvoll, dies auch erreichen zu können. Herlyn möchte ein eigenes Restaurant betreiben, «damit die Bauern meiner Gemeinde ihre Produkte nicht mehr auf den Markt bringen müssen, sondern ich sie ihnen abkaufen kann. Das würde auch Arbeitsplätze in meiner Gemeinde schaffen.» Mariela will einen eigenen Laden für Blumen und Handwerksprodukte eröffnen, «um meiner Familie zu helfen».

«Ich möchte andere junge Menschen dabei unterstützen, sich ebenfalls für ihre Familie und ihre Gemeinschaft einzusetzen.»

Yeison plant neben der Landwirtschaft noch ein Unternehmen mit Stickereiprodukten zu betreiben, denn «dafür gibt es ein grosses Marktpotenzial in unserer Region». Marvin derweil setzt ganz auf die Landwirtschaft, sowohl mit modernen Anbaumethoden als auch mit dem traditionellen Wissen der Grosseltern. «Und ich möchte andere junge Menschen dabei unterstützen, sich ebenfalls für ihre Familie und ihre Gemeinschaft einzusetzen.»

So haben sie alle in den 4S-Clubs von Flor del Café Perspektiven für sich und ihre Gemeinschaften entwickelt – Perspektiven, die ihnen Kraft geben und sie hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lassen.

Erfahren Sie hier mehr über unsere Arbeit in Guatemala.