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Nepal

Die Sturzflut in Nepal im August 2026 hat enorme Schäden angerichtet.

Quelle: CSRC, Yusef Evans

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27.10.2026

Nepal, Klima schützen, Weltklimakonferenz

Wer bezahlt für Klimaschäden?

Nach der verheerenden Sturzflut im August fordert Nepal finanzielle Entschädigungen für den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur. Für solche klimabedingte Katastrophen gibt es den UN-Fonds für Verluste und Schäden, diesem fehlt es jedoch an Mitteln. Über die Finanzierung von Klimaschäden wird auch an der diesjährigen Weltklimakonferenz (COP31) im türkischen Antalya diskutiert.

Autorin

Anselma Künzle, Campaignerin bei Fastenaktion

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Ende August schwemmte in Nepal eine zerstörerische Sturzflut ganze Dörfer, Strassen, Brücken und Wasserkraftwerke weg (Fastenaktion berichtete darüber im Newsticker). Über 7000 Menschen verloren ihr Leben oder sind immer noch vermisst. Die nepalesische Katastrophenschutzbehörde schätzt die Kosten für den Wiederaufbau auf mehr als 4 Milliarden US-Dollar. Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass die Klimaerwärmung die Ursache dieses Unglücks ist. «Früher war Klimaerwärmung etwas Abstraktes. Aber jetzt spüren wir, was das bedeutet. Das Leben der Menschen, der ganzen nepalesischen Gesellschaft steht Kopf», sagt Samrat Katwal, unser Koordinator in Nepal. Die Frage drängt sich auf, wer die Verantwortung für solche klimabedingte Katastrophen trägt. Und wer bezahlt dafür?

UN-Fonds für Verluste und Schäden

2023 wurde der Fonds an der Weltklimakonferenz COP28 eingerichtet, um besonders verletzliche Länder zu unterstützen, die durch klimabedingte Katastrophen geschädigt wurden. Bisher gab es keine Zahlungen durch den Fonds, die Zusage an Nepal ist die erste dieser Art. Es gibt aber Anträge aus 119 Ländern über insgesamt rund 2.8 Milliarden US-Dollar. Der Fonds verfügt allerdings erst über knapp 350 Millionen US-Dollar, einbezahlt von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Deutschland, Frankreich und anderen wohlhabenden Ländern. Die Zahlungen erfolgen lediglich auf freiwilliger Basis und nicht nach dem Verursacherprinzip. Wer viel verschmutzt, muss nicht entsprechend viel wiedergutmachen.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag (IGH) hat letztes Jahr in einem Gutachten festgehalten, dass alle Staaten völkerrechtlich zu Klimaschutz verpflichtet sind und zur Verantwortung gezogen werden können, wenn verzögerter Klimaschutz andernorts Schäden verursacht. Auch wenn dies kein bindender Urteilsspruch ist, gehen Fachpersonen davon aus, dass dies zukünftige Schadensersatzklagen erleichtert.

Diskussion während der COP3

Die Frage nach der Finanzierung von Klimaschäden wird auch an der nächsten Weltklimakonferenz COP31 im November in Antalya aufkommen. Besonders gefährdete Länder wie Nepal benötigen vorhersehbare Finanzmittel, um sich an die veränderte Umwelt anzupassen. Fastenaktion ist mit Partnerorganisationen vor Ort und setzt sich auf internationaler Ebene für fairen Klimaschutz und gerechte Klimafinanzierung ein. Wir fordern von Industrienationen wie der Schweiz nachhaltige und ambitionierte Massnahmen, damit die negativen Effekte der Klimakrise überall – auch hierzulande – möglichst klein gehalten werden können. Die Schweiz sollte zudem mit gutem Beispiel voran gehen und in den UN-Fonds für Verluste und Schäden einzahlen. Erfahren Sie mehr zu den Hintergründen und unseren Aktivitäten an der COP31 im Newsticker hier.