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Kenia

In einem Rollenspiel üben Kleinbäuerinnen, wie sie bei Behörden ihre Rechte einfordern können.

Quelle: Saruni, Eyeris Communication

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18.05.2026

Kenia, Agrarökologie, bestärkend

Der Wandel begann mit den Frauen

Die Arbeit der Kimaeti Farmers Association hat das Leben Tausender kleinbäuerlicher Familien im Westen Kenias enorm verbessert. Dazu gehören auch Schulungen, in denen sie mehr über Rechte erfahren – und lernen, wie sie diese einfordern können. Inzwischen hat die Partnerorganisation von Fastenaktion auch die volle Unterstützung der Lokalbehörden.

Autor

Ralf Kaminski, Redaktor bei Fastenaktion

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Wissen und Rollenspiele

Am Nachmittag sollen die Teilnehmenden dann demonstrieren, was sie gelernt haben: In Rollenspielen zeigen sie, wie sie zu Behörden oder Politiker:innen gehen, um ihre Rechte einzufordern. Dabei wird viel und herzlich gelacht, denn insbesondere jene, die Behördenmitglieder spielen, karikieren genüsslich deren selbstgefällige Unwilligkeit – offensichtlich waren sie mit solchem Verhalten schon oft selbst konfrontiert. Mit ihrem neuen Wissen ausgerüstet, dürften künftige Behördenbesuche selbstbewusster ablaufen als bisher.

Mitten im Getümmel ist auch Shadrack Masika, der leutselige Vorsitzende der Kimaeti Farmers Association. Der 52-jährige Landwirt und Familienvater hat die Organisation 2009 mitgegründet und leitet sie seit 2017. «Wir starteten mit 150 Bäuerinnen und Bauern, heute sind es fast 10 000, mehr als zwei Drittel sind Frauen.» Und mit Frauen hat auch alles begonnen: «Sie waren die Ersten, die sich damals zusammenschlossen, unter ihnen auch meine Frau, die dann mich überzeugt hat.» Heute bewirtschaftet das Paar gemeinsam einen eigenen Hof, ausserdem sind sie Mitglieder einer Solidaritätsgruppe und engagieren sich bei Kimaeti.

Die Arbeit der Kimaeti Farmers Association in Bildern

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Kleinbäuerinnen diskutieren eifrig mit an den Workshops über bäuerliche Rechte.

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Auch Saatgut spielt an den Workshops eine wichtige Rolle – und kann mit anderen getauscht werden.

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Gemeinsam mit einem engagierten Team leitet Shadrack Masika (links) die Kimaeti Farmers Association.

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Agrarökologische Anbaumethoden spielen bei der Arbeit von Kimaeti eine zentrale Rolle.

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An einer von Fastenaktion organisierten Konferenz tauschen sich Partnerorganisationen und Lokalbehörden aus. Agnes Oningo, Landwirtschaftsdirektorin des Bezirks Busia, hat die volle Aufmerksamkeit der Teilnehmenden.

Achtmal höhere Ernten

Aber warum leitet bei überwiegend weiblichen Mitgliedern ausgerechnet ein Mann die Organisation? Masika lacht laut. «Eine berechtigte Frage! Meine Frau und ich gelten mit unseren agrarökologischen Praktiken als Vorzeigebetrieb, vermutlich haben sie mich deshalb gewählt. Aber im 15-köpfigen Vorstand der Organisation gibt es viele Frauen. Und 2026 wird neu gewählt – ziemlich sicher eine Frau.» Inklusion wird generell gross geschrieben bei Kimaeti, so sind auch ethnische Minderheiten oder Mitglieder mit Beeinträchtigung voll integriert.

Und die Erfolge können sich sehen lassen. «Durch den Zusammenschluss und den Einsatz von agrarökologischen Techniken hat sich das Leben der Menschen hier enorm verändert», erklärt Masika. «Insbesondere konnten wir die Ernteerträge erhöhen – wir produzieren heute achtmal mehr Nahrung auf unseren Feldern, und gesünder ist sie erst noch. Früher haben wir nur einmal am Tag gegessen, jetzt essen wir zwei- oder dreimal.» Auch die finanzielle Situation der Menschen ist viel besser als vorher: Sie können einen Teil der Ernte verkaufen. «Zudem war früher jeder auf sich allein gestellt, jetzt handeln wir gemeinsam, werden als Gruppe gehört – sogar von der Regierung.»

Viel politischer Goodwill

«Das haben wir ganz stark Basisorganisationen wie Kimaeti zu verdanken. Sie haben die Menschen zusammengebracht, was es auch uns erleichtert, sie zu erreichen.» In Oningos Bezirk gibt es 42 000 bäuerliche Haushalte, von denen inzwischen ein knappes Drittel agrarökologische Praktiken anwendet – auch sie selbst. «Ich habe einen Bachelor in Landwirtschaft und kannte einige der Techniken bereits, habe aber durch Kimaeti noch einiges Neues gelernt. Diese Methoden erhöhen nicht nur die Ernteerträge, sie helfen uns auch sehr im Umgang mit der Klimaerwärmung.»

Der Bezirk Busia unterstützt die Verbreitung dieser Praktiken inzwischen sogar ganz offiziell. «Immer mehr Bäuerinnen und Bauern sehen die Erfolge von anderen und wollen es auch versuchen.» Selbst auf nationaler Ebene sind die positiven Ergebnisse aufgefallen; mittlerweile sind diese Techniken sogar Teil der offiziellen Landwirtschaftsstrategie bis 2033. «Die Agrarökologie ist jetzt sozusagen die Nationalhymne», sagt Oningo und lacht. «Es gibt viel politischen Goodwill dafür. Auch dank der erfolgreichen Arbeit von Kimaeti und anderer Basisorganisationen.»

Erfahren Sie hier mehr über unsere Arbeit in Kenia.

 

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