Die Schäden, die der Zyklon Gezani am 11. Feburar in Madagaskar hinterlassen hat, sind so enorm, dass mehrere Gebiete erst Tage danach wieder zugänglich waren. Mitarbeitende unserer Partnerorganisation in der Region Toamasina, östlich der Hauptstadt Antananarivo, haben sich inzwischen einen ersten Überblick verschaffen können. «In mehreren Ortschaften sind rund 90 Prozent der Häuser beschädigt oder vollständig zerstört», sagt Parany Rasamimanana, der Koordinator von Fastenaktion in Madagaskar. «In Foulpointe zum Beispiel sind rund 800 Familien obdachlos, auch ihre Felder wurden vom Sturm vollständig vernichtet.»
Partnerorganisation sondiert die Bedürfnisse
Parany steht in engem Kontakt mit unserer Partnerorganisation Tsinjo Aina Toamasina, die in jener Region aktiv und auch selbst von Zerstörungen betroffen ist. «Der Projektkoordinator Jean Célestin Heriniaina brachte während des Wirbelsturms rund 50 Personen in seinem Haus in Sicherheit, aber Wohnungen anderer Mitarbeitenden wurden zerstört oder stark beschädigt.» Trotz dieser erschwerten Bedingungen sondiert die Organisation derzeit bei den betroffenen Familien die dringendsten Bedürfnisse und koordiniert die Massnahmen mit den lokalen Behörden.
Ein Dorfbewohner betrachtet das Ausmass der Zerstörung nach dem Zyklon.
Solidarität und Widerstandsfähigkeit
«Erste Priorität ist die Nahrungsmittelhilfe», erklärt Parany. «Der Verlust von Ernten, Vorräten und Einkommensquellen bedeutet für viele Haushalte ein akutes Hungerrisiko.» Zweite Priorität ist die Versorgung mit Trinkwasser und Hygieneartikeln. Zudem braucht es Notunterkünfte. «All dies ist dringend, um eine Verschärfung der Notlage zu verhindern.»
Doch gerade in dieser schwierigen Lage zeigen sich auch die Solidarität und Widerstandsfähigkeit der von Fastenaktion unterstützen Gemeinschaften. So haben Mitglieder einer lokalen Solidaritätsgruppe bereits begonnen, die heruntergefallenen Früchte der Brotfruchtbäume zu sammeln und zu trocknen, um die Lebensmittelsituation zu verbessern. Zudem diente ein erst Ende 2025 fertiggestelltes festes Haus einer Familie in Ambonivato rund 70 Menschen als sicherer Zufluchtsort während des Zyklons. Dies illustriert, wie wichtig es ist, in robuste Wohnhäuser zu investieren.
Fastenaktion leistet gemeinsam mit der Partnerorganisation Tsinjo Aina Toamasina Notfhilfe, die insbesondere die am stärksten gefährdeten Familien erreicht.