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Klimagerechtigkeit

Anpassung an den Klimawandel – es braucht mehr Mittel

28.02.2022
Stefan SalzmannStefan Salzmann

Anpassung an den Klimawandel – es braucht mehr Mittel

Der neuste Bericht des Weltklimarates sagt klar: in Armut lebende Menschen sind nicht in der Lage, sich ausreichend an die Klimaerhitzung anzupassen. Das gefährdet ihre Versorgung mit Nahrungsmittel. Hier sind die Verursacher der Klimakrise in der moralischen Pflicht. Sie müssen Unterstützung bieten. Agrarökologische Landwirtschaft oder die Versorgung mit sauberer Energie sind Anpassungsstrategien. Damit arbeitet auch Fastenaktion in seinen Projekten.

 

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte Energie- und Klimagerechtigkeit, Fastenaktion

Das Recht auf Nahrung ist nicht mehr gewährleistet
Das neue Kapitel des 6. Berichtes vom Weltklimarat wurde am 28.02.2022 präsentiert. Der Fokus liegt auf den Auswirkungen der Klimakrise. Die Strategien zur Anpassung (Adaptation) an die Auswirkungen der Krise sind je nach Kontext unterschiedlich. Die grösste Herausforderung erleben verletzliche Bevölkerungsgruppen. Zu denen gehören allen voran in Armut lebende Menschen im globalen Süden. Ihnen fehlen die Mittel für Anpassungen. Diese Menschen sind oft auf die Produktion von Nahrung durch kleinbäuerliche Systeme angewiesen. Doch nach extremen Wetterereignissen kann diese nicht mehr gewährleisten werden. Felder werden überflutet, Dürre vertrocknet die Ernte. Das Recht auf Nahrung ist nicht mehr garantiert.

Klimagerechtigkeit jetzt!
Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, ob sich diese Menschen an die Klimaerhitzung anpassen können. Reiche Länder wie die Schweiz haben hier eine grosse Verantwortung. In Armut lebende Menschen müssen unkompliziert unterstützt werden. Dafür sind finanzielle Mittel nötig. Diese ausreichend bereit zu stellen, muss innerhalb der internationalen Klimaverhandlungen geschehen. Die Schweiz nimmt in dieser Frage eine bremsende Rolle ein – das ist beschämend. Dabei steht im neusten Teilbericht des Weltklimarates, der heute publiziert wurde, klar: der Bedarf an Unterstützung für Anpassungsmassnahmen wird dramatisch steigen. Diesen Bedarf nicht anzuerkennen bedeutet; die Ungerechtigkeit wird sich weiter verschärfen.

Diese Ambitionen braucht es in der Schweiz
Der effizienteste Weg, Klimaungerechtigkeit zu stoppen ist, die Klimaerwärmung auf 1.5 Grad Celsius zu begrenzen. Dafür muss die Schweiz ihre Ambitionen steigern. Das Parlament muss ein Netto-0 Ziel bis 2040 beschliessen. Möglichkeiten dazu bieten das CO2 Gesetz und die Gletscherinitiative, die zur Zeit beraten werden. Darüber hinaus muss die Schweiz in Armut lebende Menschen im globalen Süden unterstützen. Auch sie sollen wo möglich Treibhausgase reduzieren – dazu braucht es aber einen KnowHow-Transfer und die entsprechenden Mittel. Bereits eingetretene Schäden und Verluste müssen kompensiert werden, auch von der Schweiz. Denn die Menschen im globalen Süden, haben am wenigsten zur Klimaerhitzung beitragen, leiden aber am Stärksten unter den Folgen.

Zugang zu Energie für alle
Eine Transition hin zu sauberer erneuerbarer Energie ist Teil der Lösung des Klimaproblems. Insbesondere in Armut lebende Menschen haben hier einen Bedarf. Energieversorgung und Anpassung an die Klimaerhitzung hängen oft zusammen: Anpassung kann bedeuten, Felder zu bewässern, die unter Trockenheit leiden. In Fällen wo dafür Pumpen nötig sind, müssen diese mit Energie versorgt werden. Mehrerträge aus den Ernten müssen gelagert und anschliessend verkauft werden können. So werden Produktionsengpässe überbrückt und Einkommen generiert, um für die restliche Zeit des Jahres Nahrungsmittel einkaufen zu können. Doch um Nahrungsmittel zu lagern, braucht es Kühlschränke und Tiefkühltruhen – und somit auch Energie. Zugang zu sauberer erneuerbarer Energie ist eine Anpassungsmassnahme, die funktioniert. Unsere Partnerorganisationen, zum Beispiel in Kolumbien, arbeiten erfolgreich mit dieser Strategie. Damit ermöglichen sie den Menschen in den Projekten sich an die Klimaerhitzung anzupassen. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zur Minderung von Treibhausgasen – da keine Generatoren eingesetzt werden müssen.

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